Was du kannst, kann ich auch
Der Nachrichtensender CNN kündigt der Newsagentur AP und will selbst Schlagzeilen verkaufen.
Der Nachrichtensender CNN kündigt der Newsagentur AP und will selbst Schlagzeilen verkaufen.
Neustart im Kampf gegen den Marktführer dpa: Die Agenturen ddp und das frühere AP-Deutschland sollen fusionieren. Damit geht Vielfalt verloren - und eine echte Marke.
Die drei größten Nachrichtenagenturen haben kollektiv ihre Berichterstattung über die Hochzeit der schwedischen Kronprinzessin Victoria abgebrochen. AFP, AP und Reuters behaupten, das schwedische Fernsehen verlange überzogene Lizenzgebühren. Ganz leer gingen die hiesigen Medien aber nicht aus: Die dpa beteiligte sich nicht an dem Boykott ihrer Konkurrenten. Und auch der DAPD, der sich im Ausland vor allem auf teuer lizenziertes AP-Material stützt, tickerte weiter.
Während die Frankfurter Allgemeine Zeitung guter Dinge ist, nach roten Zahlen im Jahr 2009 in diesem Jahr wieder ein erfreuliches Ergebnis hinlegen zu können, setzt die Geschäftsführung weitere Sparmaßnahmen um. Das trifft vor allem die Nachrichtenagenturen, aber auch den Komfort der Redakteure. Nach dem Deutschen Depeschendienst (ddp) hat es jetzt mindestens auch den Sport-Informations-Dienst (SID) getroffen. Das Team des FAZ-Sports ist darüber nicht begeistert.
Die Übernahme des deutschen Dienstes der Associated Press (AP) könnte für den Deutschen Depeschendienst (ddp) noch ein gewaltiges Nachspiel haben. Wie MEEDIA erfuhr, hat das Bundeskartellamt seine Vorprüfung abgeschlossen und den ddp-Chefs mitgeteilt, die Folgen für den Markt der News-Lieferanten genau unter die Lupe zu nehmen – wie es die Deutsche Presse-Agentur erbeten hatte. Damit schaukeln sich die ohnehin schon umfassenden juristischen Attacken zwischen den Agenturen weiter hoch.
Die Agentur-Allianz ddp/DAPD ist im juristischen Streit mit der dpa nicht bloß auf Unterlassung aus, sondern will dem Marktführer auch ans Portemonnaie: Nach MEEDIA-Informationen haben die Anwälte des Depeschendienstes in ihrer Klage wegen angeblich rechtswidrigen Vertragsklauseln vor dem Frankfurter Landgericht auch beantragt, dass dpa mögliche Einnahmeausfälle des ddp erstatten soll. Unterdessen bittet ddp/DAPD ihre Kunden um Geduld dafür, dass ihr angekündigtes Konzept weiter auf sich warten lässt.
Ausgerechnet die Nachrichtenagentur des kleinen Österreichs APA hat sich zum Vorreiter entwickelt - doch so leicht ist es nicht. Auch in Deutschland ist der Agentur-Markt hart umkämpft.
Der Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur (dpa) setzt seine angekündigte Serviceoffensive in die Tat um. Künftig hängen die dpa-Mitarbeiter diverse Kontaktdaten an ihre Meldungen, damit ihre Abnehmer leichter weiter recherchieren können. Was sich banal anhört, ist völlig neu – und leitet einen Kulturwandel in der Branche ein, auf den sich nicht jeder freuen wird, denn: Erstmals können Redakteure von Zeitungen, Onlinediensten und Sendern ohne Umwege mit den Agenturschreibern kommunizieren.
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) spielt mit dem Gedanken, in der Schweiz einen eigenen Dienst zu starten, wie sie MEEDIA bestätigte. Die Hamburger würden damit die Lücke füllen, die ihr Erzfeind, der Deutsche Depeschendienst (ddp), jüngst mit der Schließung eines eigenen Schweizer Angebots hinterließ. Wenn es zu einem dpa-Angebot für die Alpenrepublik kommt, würde sie gegen den Monopolisten SDA antreten. Das einst ruhige Geschäft der News-Lieferanten nimmt damit weiter an Fahrt auf.
Die bedrohliche neue Allianz aus ddp und DAPD macht es möglich: Nach nicht einmal einem halben Jahr bilden sich neue Fronten im Wettbewerb der Nachrichtenagenturen heraus. Wie MEEDIA erfuhr, löst die Deutsche Presse-Agentur (dpa) den Deutschen Depeschendienst (ddp) als Foto-Lieferanten der internationalen AFP-Dienste ab. Dieser Schritt könnte vor allem eines sein: Der Beginn einer neuen Zusammenarbeit, um im Ringen mit ddp/DAPD zu bestehen.