Bundeskartellamt: Fusion von ddp und AP nicht anmeldepflichtig
Der für September geplante Start der dapd-Nachrichtenagentur hat eine wichtige Hürde genommen.
Der für September geplante Start der dapd-Nachrichtenagentur hat eine wichtige Hürde genommen.
Martin Vorderwülbecke kann durchatmen: Das Bundeskartellamt hat das erst in diesem Frühjahr eingeleitete Entflechtungsverfahren für die Übernahme des deutschen Dienstes der Associated Press (AP) durch die ddp-Holding des Privatinvestors gestoppt. Damit steht der für September geplanten inhaltlichen Fusion des einstigen AP-Dienstes mit dem Angebot des Deutschen Depeschendienstes (ddp) zur neuen dapd-Nachrichtenagentur nichts mehr im Weg.
Die Stimmung auf dem Markt der Nachrichten wird noch ein bisschen rauer.
Mit der Nachrichtenagentur dapd entsteht ein Herausforderer für den Marktführer dpa.
Unter der Marke “dapd Nachrichtenagentur” entstehe zum 1. September dieses Jahres ein “großer Komplettdienst” aus den bisher getrennt gefahrenen Angeboten der ddp und DAPD.
Es kommt, was jeder ahnte: Im September legen Deutscher Depeschendienst (ddp) und der ehemalige deutsche Dienst der Associated Press (AP, heute DAPD) ihre Meldungen und Fotos zusammen und schaffen ein neues, starkes Angebot. Dann startet die neue dapd-Nachrichtenagentur, die den Marktführer Deutsche Presse-Agentur (dpa) “verzichtbar” machen soll. dapd-Chef Cord Dreyer macht klar: “Mit diesem strategischen Neuantritt kommen wir aus der Ecke der Komplementäragenturen raus.” Die Marke ddp wird dann dahin sein.
Neustart im Kampf gegen den Marktführer dpa: Die Agenturen ddp und das frühere AP-Deutschland sollen fusionieren. Damit geht Vielfalt verloren - und eine echte Marke.
Während die Frankfurter Allgemeine Zeitung guter Dinge ist, nach roten Zahlen im Jahr 2009 in diesem Jahr wieder ein erfreuliches Ergebnis hinlegen zu können, setzt die Geschäftsführung weitere Sparmaßnahmen um. Das trifft vor allem die Nachrichtenagenturen, aber auch den Komfort der Redakteure. Nach dem Deutschen Depeschendienst (ddp) hat es jetzt mindestens auch den Sport-Informations-Dienst (SID) getroffen. Das Team des FAZ-Sports ist darüber nicht begeistert.
Die Übernahme des deutschen Dienstes der Associated Press (AP) könnte für den Deutschen Depeschendienst (ddp) noch ein gewaltiges Nachspiel haben. Wie MEEDIA erfuhr, hat das Bundeskartellamt seine Vorprüfung abgeschlossen und den ddp-Chefs mitgeteilt, die Folgen für den Markt der News-Lieferanten genau unter die Lupe zu nehmen – wie es die Deutsche Presse-Agentur erbeten hatte. Damit schaukeln sich die ohnehin schon umfassenden juristischen Attacken zwischen den Agenturen weiter hoch.
Die Agentur-Allianz ddp/DAPD ist im juristischen Streit mit der dpa nicht bloß auf Unterlassung aus, sondern will dem Marktführer auch ans Portemonnaie: Nach MEEDIA-Informationen haben die Anwälte des Depeschendienstes in ihrer Klage wegen angeblich rechtswidrigen Vertragsklauseln vor dem Frankfurter Landgericht auch beantragt, dass dpa mögliche Einnahmeausfälle des ddp erstatten soll. Unterdessen bittet ddp/DAPD ihre Kunden um Geduld dafür, dass ihr angekündigtes Konzept weiter auf sich warten lässt.