Einträge der Rubrik MEEDIA

Döpfner: kein Interesse mehr an N24

Axel Springer will erklärtermaßen expandieren, ein Kauf-Interesse am Nachrichtensender N24 bestehe aber nicht mehr. Die Vorstellungen von ProSiebenSat.1 hätten in Sondierungsgesprächen nicht überzeugt, so Döpfner bei der Bilanz-Pressekonferenz des Verlags. Stattdessen setzt Döpfner große Hoffnungen in Tablet-PCs, wie das kommende iPad, warnte aber gleichzeitig vor Monopol-Tendenzen bei Apple. Er begrüße es, wenn im Segment der neuen Geräte ein Wettbewerb auch um Konditionen entstehe.

SID startet mit Video-Angebot durch

Aus dem Stand heraus hat es der Sport-Informations-Dienst (SID) geschafft, einen profitablen Videodienst zu starten. Die Agentur, die bisher lediglich für Texte und Bilder bekannt war, stieg mit den nun auslaufenden Olympischen Spielen in diesen Markt ein – und lieferte prompt Sendern wie N24 und DSF zu sowie den Portalen von Spiegel, Focus, T-Online, dem Kicker und der Welt. Wie SID-Chef Michael Cremer MEEDIA bestätigte, wirft der Dienst trotz Einführungspreisen bereits Gewinn ab – eine Erfolgsgeschichte.

Mehr Gehalt für alle ddp-Mitarbeiter

Martin Vorderwülbecke hat zur Abwechslung positive Nachrichten für seine Leute im Gepäck: ddp-Redakteure erwarten Prämien und Gehaltserhöhungen. Außerdem will er in seiner Agentur-Allianz zehn neue Stellen besetzen, darunter Korrespondenten-Plätze. Mit dem neuen Gruppen-Chefredakteur Dreyer, der früher kommen darf als erwartet, will er “einen Nachrichtenanbieter von Weltniveau” formen. Der Druck auf die dpa erhöht sich - sie bekommt indes selbst Top-Leute wie Homburger und Zschunke eher als geplant.

ProSiebenSat.1: Fotos statt Bewegtbild für TV-News

Der Chef der Sendergruppe ProSiebenSat.1 verwundert die TV-Branche mit immer neuen Ankündigungen. Jetzt sagte er auf einer Diskussion in Berlin, er wolle das Budget für die Nachrichten-Sendungen auf ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins um zwei Drittel der gegenwärtigen Kosten drücken. Die Kanäle sollen auf Fotos statt bewegtes Bild setzen. Um den Kommerz-Sendern zu helfen, will Ministerpräsident Wulff zudem die mit Gebühren aufgebaute Infrastruktur von ARD und ZDF für das Privatfernsehen öffnen.

ddp direct greift dpa-Tochter an

Die Privatinvestoren Martin Vorderwülbecke und Peter Löw wollen den Agentur-Marktführer dpa jetzt auch auf einem Nebenschauplatz unter Druck setzen: In dieser Woche startet ihr PR-Ableger ddp direct mit einem Relaunch. Der von Wolfgang Zehrt gesteuerte Dienstleister setzt auf moderne Formen von Presse-Mitteilungen und will mit einer individuellen Beratung der dpa-Tochter News Aktuell das Leben schwer machen. Letztlich sollen die Aktivitäten das Kerngeschäft mit harten News stützen.

Streit zwischen AFP und ddp eskaliert

Martin Vorderwülbecke weht immer heftigerer Gegenwind ins Gesicht. Jetzt versucht AFP-Präsident Pierre Louette den Unternehmer in die Schranken zu weisen: MEEDIA liegt ein Brief vor, indem Paris mit einer medialen Offensive und juristischen Schritten droht – und den ddp-Chef deutlich zurückweist. Vorderwülbecke hingegen will auf Kurs bleiben: Er sagt, er denke nicht daran, klein bei zu geben und wolle stattdessen am Montag die angekündigte Wettbewerbs-Beschwerde bei der EU-Kommission abgeben.

ddp strebt EU-Verfahren gegen AFP an

Die Frage, ob die Nachrichtenagentur AFP gegen geltendes EU-Recht vom französischen Staat alimentiert wird, könnte bald die Behörden beschäftigen. MEEDIA liegt der Entwurf eines Beschwerdeschreibens vor, das an die EU-Kommission adressiert ist. Darin beanstandet ddp, Frankreich unterstütze AFP „systematisch“ mit „großen Subventionen“, die lediglich als „Gebühr“ getarnt seien. Die deutschen AFP-Geschäftsführer reagieren mit Gelassenheit auf die neue Situation im Konkurrenzkampf der Agenturen.

Krach bei ddp und DAPD

Die Mitarbeiter des ehemaligen Dienstes von AP-Deutschland warnen ihren neuen Eigentümer Martin Vorderwülbecke. In einem Protestschreiben ist von „tiefem Misstrauen“ die Rede. Nach vier Wechseln zum Mitbewerber dpa hat gerade eine weitere feste Kraft gekündigt. Pauschalisten gehen. Die Chefredakteure Joachim Widmann (ddp) und Peter M. Gehrig (DAPD) kämpfen zudem um ihre Macht. In all dem Trubel geht aber unter: Vorderwülbecke hat mit der neuen Agenturallianz viel vor.

Süddeutsche startet Medienressort im Netz

Hans-Jürgen Jakobs startet auf sueddeutsche.de ein eigenes Ressort für die Branche: Von Montag an bündelt sein Team dort nicht nur die bisher in Kultur und Wirtschaft verteilten Fernsehkritiken und SZ-Recherchen zu Verlagen, Sendern und ihren Programmen. Jakobs verpasst dem Thema mit Christina-Maria Berr auch gleich eine eigene Chefin. Sie bekommt ein eigenes Budget und soll zudem die Recherchen des verlagseigenen Magazins Werben & Verkaufen in ihr Angebot integrieren.

ARD & Raab: Die große Grand Prix-Koalition

Der Eurovision-Song-Contest wird 2010 in jeder Hinsicht eine Revolution. Entertainer Stefan Raab führte für das Event nicht nur ProSieben und die ARD zusammen. Er baut den Contest auch zu einer opulenten Castingshow aus. Auf der Pressekonferenz zum TV-Ereignis bezeichnete ARD-Programmchef Volker Herres den Entertainer als „unsere Glücksfee“. Er prahlte, bei der „nationalen Aufgabe“ kenne er „keinen Konkurrenten mehr, sondern nur noch Deutsche!“ Und nun ist klar, welche Künstler die Jury bilden.