“dapd Nachrichtenagentur” startet im September
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am 1. Juli 2010
Der Konkurrenzdruck auf die Deutsche Presse-Agentur, den Marktführer unter den Nachrichtenagenturen in Deutschland, wächst: Der Deutsche Depeschendienst (ddp) legt sein Angebot mit dem ehemaligen deutschen Dienst der US-Agentur Associated Press (AP) zusammen, der seit Dezember zum ddp gehört und seitdem Deutscher Auslands-Depeschendienst (DAPD) heißt. Unter der Marke “dapd Nachrichtenagentur” entstehe zum 1. September dieses Jahres ein “großer Komplettdienst” aus den bisher getrennt gefahrenen Angeboten der ddp und DAPD, wie der Geschäftsführer und Chefredakteur beider Dienste, Cord Dreyer, am Donnerstag in Berlin sagte.
Die ddp-Eigentümer Martin Vorderwülbecke und Peter Löw hatten beim Kauf von AP Deutschland mitgeteilt, den Marktführer Deutsche Presse-Agentur (dpa) “verzichtbar” machen zu wollen. Dreyer sagte am Donnerstag, der neue Dienst dapd werde künftig “die regionale, überregionale und weltweite Nachrichtenwelt lückenlos abbilden”. Der Markt brauche einen zweiten Vollanbieter. Die bisherigen Dienste ddp und DAPD würden parallel zum neuen dapd-Basisdienst weiter produziert, um bestehende Kundenverträge zu erfüllen.
Kunden des dapd-Basisdienstes können laut Dreyer künftig mit “täglich etwa 500 Meldungen aus Politik, Wirtschaft und allen Bereichen des Vermischten” rechnen. Das Wortangebot werde mit “rund 600 Inlandsbildern pro Tag und bis zu 1.500 AP-Fotos aus aller Welt” ergänzt.
Rund 220 feste Journalisten sowie 77 feste Fotografen sollen für den dapd arbeiten. Zudem sei ein Ausbau der Landesdienste geplant. Bereits im Spätsommer dieses Jahres sollen neun weitere Korrespondenten-Büros in den Bundesländern eröffnen. Der dapd wäre damit in Deutschland an 31 Standorten mit eigenen festen Mitarbeitern vertreten. Der Hauptkonkurrent dpa betreibt nach eigenen Angaben 50 Büros im Inland.
Dreyer kündigte an, die People-Berichterstattung auszubauen. Außerdem sei eine Redaktion “dapd Sources” gegründet worden. Anfangs sollen für die Einheit sechs Redakteure arbeiten, die möglichst in investigativer Arbeit “das Nachrichtengeschehen in Deutschland mitbestimmen” und Hintergründe für die tagesaktuelle Arbeit liefern. In Berlin soll dapd unweit der Bundespressekonferenz einen neuen Newsroom beziehen. Ein vollwertiger Sportdienst, wie ihn die dpa betreibt, ist derzeit nicht geplant.
Der deutsche Markt der Nachrichtenagenturen gilt als der am härtesten umkämpfte weltweit. Neben dpa und dem neuen dapd ist sind auch Agence France-Presse (AFP) sowie Reuters mit eigenen Angeboten in Deutschland vertreten. Hinzu kommen zwei von den Kirchen getragene Angebote, der Evangelische Pressedienst (epd) sowie die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) und mehrere Spezialdienste für Wirtschaft und Sport. Die dpa ist bisher unangefochtener Marktführer und versorgte zuletzt 95 Prozent aller Tageszeitungen in der Bundesrepublik mit Texten, Fotos und Grafiken.
Das Bundeskartellamt prüft derzeit, ob der Aufkauf von AP Deutschland durch den ddp kartellrechtlich in Ordnung war. Die ddp-Eigentümer hatten darauf verzichtet, das Geschäft anzumelden.
@daniel_bouhs
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