ddp kündigt deutschen AP-Fotografen

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am 29. Dezember 2009

Nach der Übernahme des deutschen Dienstes der Associated Press (AP) durch den Deutschen Depeschendienst (ddp) ist ersten Mitarbeitern gekündigt worden. Wie ddp-Geschäftsführer Martin Vorderwülbecke am Dienstag dem epd sagte, sind etwa ein Dutzend mit Zeitverträgen ausgestattete feste Mitarbeiter des Fotodienstes der ehemaligen AP GmbH betroffen, die mittlerweile Deutscher Auslands-Depeschendienst (DAPD) heißt.

Auf die Frage, ob weitere Kündigungen anstünden, sagte Vorderwülbecke: “Das soll es erst mal gewesen sein.” Der Manager, zusammen mit Peter Löw Eigentümer beider Agenturen, sagte zudem, sowohl der Fotodienst des neuen DAPD werde parallel zum Angebot des ddp erhalten bleiben als auch das Textangebot.

Wie mehrere Betroffene dem epd berichteten, trafen die Kündigungen bei den meisten nur einen Tag vor Weihnachten ein. Ihre Verträge enden zum April 2010. Der Chef des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Michael Konken, warf Vorderwülbecke am Dienstag in einer Mitteilung “Wortbruch” vor, weil dieser beteuert habe, redaktionelle Arbeitsplätze zu erhalten und auf Wachstum zu setzen. Konken nannte es “zynisch, den Kollegen ein Schreiben dieses Inhalts unter den Weihnachtsbaum zu legen”. Es stehe zu befürchten, dass die neuen Eigentümer mit den Kündigungen “schlechtere Tarifbedingungen durchsetzen und Personal abbauen” wollten.

Vorderwülbecke sagte dem epd, es sei bei den Kündigungen “nicht um die Höhe der Vergütungen gegangen, sondern darum, dass viele der teils etliche Jahre alten Verträge juristisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit waren”. Den Betroffenen würden überwiegend neue Verträge vorgelegt. Das sei den Mitarbeitern auch so angekündigt worden, betonte Vorderwülbecke. Wahrscheinlich würden sie vom ddp-Fotodienst übernommen. Der Agentur-Inhaber wollte sich aber auf Nachfrage nicht festlegen, ob Fotografen zu gleichen Honorarsätzen übernommen würden.

DAPD-Chefredakteur Peter M. Gehrig sagte dem epd, die Kündigungen der Foto-Journalisten biete ihm “neuen Spielraum, um im Textbereich aufzustocken”. Mit den Kündigungen gehe “also nicht zwangsläufig” auch eine Kürzung einher. Zur Zukunft des DAPD-Fotodienstes könne er nichts sagen. Insgesamt habe er aber nach der Übernahme seines Dienstes durch den ddp “nach wie vor ein gutes Gefühl”.

Vorderwülbecke kündigte im Gespräch mit dem epd an, die Dienste von ddp und DAPD würden “aufeinander abgestimmt”. Im neuen Jahr würden die Redaktionen beider Agenturen selbst ausloten, was mit ihren Angeboten geschehen sollte. “Sicher ist aber schon jetzt, dass wir einen Termin sowohl im Text- als auch im Fotobereich nicht mehr doppelt besetzen werden”, sagte Vorderwülbecke. Die freiwerdenden Kapazitäten wolle er für den Ausbau der Angebote nutzen, mit dem er nach eigenem Bekunden den Marktführer Deutsche Presse-Agentur “verzichtbar machen” will.

Nach epd-Informationen plant der DAPD, der auf die Meldungen der etwa 3.000 internationalen AP-Korrespondenten zurückgreifen darf, den Aufbau eines eigenen Korrespondentennetzes. Außerdem sollen weitere Mitarbeiter angestellt werden, die das fremdsprachige AP-Material für den deutschen Dienst auswerten.

Nachtrag 1941: Jetzt haben nach den Pauschalisten auch mehrere fest angestellte DAPD-Fotografen Kündigungen erhalten.