Privatsender wollen Inhalte im Netz sichern
Werbeverbot im ARD-Hörfunk gefordert - Kritik an ZDFneo.
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am 21. November 2009
Nach den Verlagen wollen auch die deutschen Privatsender ihre Inhalte im Internet besser schützen. “Die Digitalisierung wird für uns zum wirtschaftlichen Desaster, wenn es uns nicht gelingt, unsere Sendesignale vor unerlaubtem Zugriff zu schützen und faire Tarife mit den Verwertungsgesellschaften abzuschließen”, erklärte der Präsident des Privatsenderverbandes VPRT, Jürgen Doetz, am 18. November in Berlin. Sein Verband wolle im kommenden Jahr außerdem erreichen, dass der ARD-Hörfunk deutlich weniger Werbung ausstrahlen darf, vor allem in den bei Werbekunden beliebten Morgenstunden.
VPRT-Präsident Doetz sagte: “Es muss uns gelingen, den Datenpiraten das Handwerk zu legen und stattdessen bei den Menschen ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass Qualität ihren Preis hat.” Die Sender leiden seit Jahren unter anderem darunter, dass im Internet Pay-TV-Sender wie die Angebote von Sky illegal kostenfrei zu sehen sind. Außerdem stellen viele Zuschauer Sendungen und Beiträge auf Videoplattformen wie YouTube ein. Die Politik müsse gesetzliche Grundlagen schaffen, die “den Wert der Inhalte” stärkten und eine “tragfähige Wertschöpfung” der Sender ermöglichten.
“Kostenkeule Urheberrecht”
Doetz appellierte auch an die Verwertungsgesellschaften, die für Künstler Geld einsammeln, wenn im Internet unter anderem auf Videoportalen lizenzpflichtige Musik zu hören ist. Diese Regelungen treffen etwa die Plattformen “Sevenload” und “MyVideo” der ProSiebenSat.1-Gruppe sowie “Clipfish” von RTL. Die Verwertungsgesellschaften müssten bei neuen Abschlüssen zurückhaltender sein. Doetz betonte, sein Verband sehe die Gefahr, dass “die Innovationen unserer Mitglieder mit der Kostenkeule Urheberrecht erschlagen werden”. Viele der Angebote seien “noch alles andere als ein Renditegeschäft”.
Der für Radiosender zuständige VPRT-Vizepräsident Hans-Dieter Hillmoth kündigte an, weiter für ein hundertprozentiges Werbeverbot bei den ARD-Radios zu kämpfen. Als “realistischen Zwischenschritt” werde sich sein Verband zunächst dafür einsetzen, dass mit dem nächsten Rundfunkänderungsstaatsvertrag die Werbezeiten in der ARD einheitlich geregelt werden. Bisher sei dies von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.
Hillmoth forderte weiter: “Weg mit der Werbung bei der ARD in der Prime-Time.” Es solle eine Angleichung zu den Beschränkungen im TV eingeführt werden, wo ARD und ZDF in der von Werbekunden favorisierten Zeit nach 20 Uhr keine Werbung mehr ausstrahlen dürften. Weil im Radio die Prime-Time die Morgenstunden seien, forderte Hillmoth ein Verbot von Werbung in den ARD-Wellen in der Zeit von sechs bis zehn Uhr in der Früh.
Tobias Schmid, RTL-Referent und beim VPRT für das Fernsehen zuständig, rief die Politik erneut dazu auf, gegen das neue Digitalprogramm ZDFneo vorzugehen. Das ZDF habe sich “nicht an das vom Gesetzgeber verabschiedete Konzept gehalten”. Von einer Weiterentwicklung des als Dokumentationskanal angelegten Spartenprogramms könne “keine Rede sein, wenn mit Ausnahme der Reihe ‘Terra X’ alle Dokumentationen erst nachts laufen”, sagte Schmid.
@daniel_bouhs
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