Rechteverhandlungen bremsen Ausbau von Mediatheken
Warner Music sperrt sich - ARD: Aufwand nicht immer zu bewerkstelligen.
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in Ausgabe 37/2009
Stockende Rechteverhandlungen bremsen nach wie vor den Ausbau der Mediatheken, in denen Sender im Internet Fernseh- und Radiobeiträge zum Abruf anbieten. Wie die ARD dem epd am 7. Mai auf Anfrage mitteilte, schaffen vor allem fehlende Musikrechte Probleme bei der Einstellung von Beiträgen ins Netz. Die ARD-Mediathek war im Mai 2008 gestartet, die des ZDF bereits einige Jahre zuvor.
Den Angaben zufolge zeichnet sich mit den Verwertungsgesellschaften zwar eine Lösung ab, insbesondere für den Einsatz von Hintergrundmusik. Es hieß allerdings auch, das Gesamtproblem sei mit einer Einigung mit den Verwertungsgesellschaften noch nicht gelöst. Einer der vier Majors, Warner Music, gibt der Verwertungsgesellschaft seine Rechte nicht. Auch für Sendungen, bei denen die Musik im Vordergrund stehe und über Playback von Tonträgern eingespielt werde, werde es “auf absehbare Zeit keine Lösung geben”.
Die ARD räumte zugleich ein, dass sie noch ein Problem mit der Abrechnung der im Internet eingesetzten Titel hat. Der Senderverbund lasse zwar von der IVW die Zahl der abgerufenen Seiten zählen, nicht aber den Abruf einzelner Audio- oder Videodateien. Die Rechtegeber forderten jedoch eine “nutzungsabhängige und individuelle Abrechnung” und damit eine andere Bezahlung als die im Rundfunk gängige Pauschalvergütung, die nicht an die Einschaltquoten gekoppelt ist.
Ein Problem für die ARD ist auch, dass sich - zur Enttäuschung vieler Zuschauer - weiterhin der “Tatort” nicht in der Mediathek befindet. Nach epd-Informationen sperren sich einige ARD-Sender dagegen, dass die Folgen der Krimireihe für jedermann abrufbar in der Mediathek stehen. Sie befürchten, dass in diesem Fall weniger Menschen die “Tatort”-Wiederholungen in den Dritten einschalten, die regelmäßig für hohe Quoten sorgen. Möglicherweise werde aber in naher Zukunft eine Lösung für dieses Problem gefunden, hieß es.
Der Beauftragte für die digitale Strategie des ZDF, Robert Amlung, wollte auf Anfrage keine Prognose darüber abgeben, wie lange es dauern wird, bis für diese Probleme eine Lösung gefunden sei. Er sei jedoch “guten Mutes, dass wir das nach und nach hinbekommen”. Amlung bestätigte, dass Redaktionen das Problem umgingen, indem sie - bevor sie die Beiträge ins Netz stellen - Titel austauschen, für die die Online-Rechte nicht geklärt sind.
Amlung gab ferner an, für den Sieben-Tage-Abruf dürften “alle grundsätzlichen Rechtefragen” spätestens in zwei bis drei Jahren geklärt sein. Es sei heute schon “fast selbstverständlich”, eigene oder von den Sendern in Auftrag gegebene Produktionen wie Spielfilme und Serien nach der Ausstrahlung im Fernsehen eine Woche ins Netz zu stellen.
Die ARD teilte dazu mit, die Internetrechte für einige Sendungen müssten auch künftig einzeln verhandelt werden. Außerdem müssten für “jeden Schnipsel Fremdmaterial, der in einen Fernsehbeitrag eingeschnitten wird, diese Rechte gesondert geklärt werden”. Dies sei “bei der Masse an Output häufig nicht zu bewerkstelligen”, hieß es weiter.
RTL peilt “mittelfristig” Gewinne an
RTL-Interactive teilte mit, inzwischen 85 Prozent der Eigenproduktionen auf sein Portal “RTL now” einzustellen. Im März 2009 seien diese Sendungen insgesamt 12,1 Millionen Mal abgerufen worden. RTL stellt seine Sendungen teils kostenfrei, teils gegen Gebühr ins Netz. ARD und ZDF wollten die von der IVW gemessenen Seitenabrufzahlen auf Anfrage nicht preisgeben.
Auch der Kölner Privatsender bestätigte, dass er noch Probleme bei der Verhandlung einiger Rechte habe, speziell bei eingekauften US-Produktionen. Dort zeichne sich jedoch eine Einigung ab. So werde die Erfolgsserie CSI bereits auf “RTL now” eingestellt. Gewinne würden mit dem Portal, das sich auch mit Werbung finanzieren will, aber “eher mittelfristig” angepeilt, hieß es weiter.
@daniel_bouhs
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