WDR löscht Kochrezepte aus seinem Internetangebot
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am 17. Februar 2009
Knapp vier Monate vor dem geplanten Inkrafttreten der neuen Internet-Regeln für die gebührenfinanzierten Programme in Deutschland hat der Westdeutsche Rundfunk (WDR) damit begonnen, die neuen Vorgaben umzusetzen. Am Dienstag nahm der Kölner Sender ein kostenfreies Internet-Archiv mit mehreren hundert Kochrezepten von seiner Seite. Die Datenbank der Rubrik “Kochalarm” umfasste Einträge, die in den vergangenen zehn Jahren in der Sendung “Aktuelle Stunde” vorgestellt wurden.
WDR-Sprecher Magnus Schweers sagte dem epd, die Datenbank sei “vor dem Hintergrund, dass für Archive nach dem neuen Rundfunkstaatsvertrag restriktive Regelungen gelten” nicht in den am Dienstag freigeschalteten neuen Internetauftritt der Sendung übernommen worden. Auf der Seite finden sich nur noch eine Handvoll Rezepte aus jüngsten Sendungen.
Ende vergangener Woche wies “Aktuelle Stunde”-Moderator Martin von Mauschwitz die WDR-Zuschauer darauf hin, dass “eine neue Regelung der Politik uns verbietet, dass wir Sachen ins Netz stellen, die nichts mit unserer aktuellen Sendung zu tun haben”. Mauschwitz sprach von einem “Rezepte-Schlussverkauf”. Der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der am 1. Juni in Kraft treten soll, sieht für die Internetaktivitäten der öffentlich-rechtlichen Sender strengere Regeln als bisher vor.
Unter anderem sollen Internetseiten von ARD, ZDF und Deutschlandfunk künftig einen Bezug zu einer konkreten Ausgabe einer Sendung haben. Außerdem dürfen die Angebote nicht mehr zeitlich unbegrenzt im Internet stehen. Ausnahmen gelten für zeitgeschichtlich relevante Angebote. Die Ministerpräsidenten haben die Gesetzesnovelle im vergangenen Dezember unterschrieben. Sie muss aber noch von den Landtagen genehmigt werden.
Sendersprecher Magnus Schweers sagte dem epd mit Blick auf die noch ausstehende Ratifizierung, andere Internet-Angebote des WDR seien von den geplanten Vorgaben noch nicht betroffen. Der Kölner Sender prüfe noch, welche Folgen der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag für ihn habe. Der Internetauftritt der “Aktuellen Stunde” sei unabhängig davon verändert worden. Der WDR habe bei dieser Gelegenheit aber schon “notwendige absehbare Anpassungen” vorgenommen.
@daniel_bouhs
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