Der heimliche Nachrichtenkanal

Mit dem Ausbau von EinsExtra wird auch ARD-Aktuell umgebaut.

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am 19. Januar 2008

Wer dieser Tage ins Fernsehprogramm des Norddeutschen Rundfunks zappt, könnte über einen Trailer stolpern, der Interesse weckt. Da flimmern von rechts nach links laufend aneinandergereihte Schwarz-Weiß-Fotos über den Bildschirm. Zu sehen sind Börsenmakler, die Präsidenten Bush und Putin, ein Mädchen vor Trümmern und jubelnde Fußballerinnen. Dazu läuft am unteren Bildschirmrand eine Zeitleiste - :00, :15, :30, :45 - und zu hören ist ein unaufgeregt-sympathisch klingender Sprecher, der vor taktgebenden Paukenschlägen sagt: “Die Welt ist in Bewegung. Unaufhaltsam.” Und: “Um die Welt zu verstehen, braucht man zuverlässige Informationen.” Dann kommt die Auflösung: “NDR Info sendet Nachrichten im Radio - zu jeder Viertelstunde. Nachrichten, wann Sie sie brauchen.”

Dieses fleißig beworbene Hörfunkprogramm ist die Blaupause für ein Projekt, das die ARD mit seiner beim NDR angegliederten “Tagesschau”-Redaktion (ARD-aktuell) jetzt auch für das Fernsehen aufzieht. Der feine Unterschied: Was bereits seit zehn Jahren unter dem Namen EinsExtra firmiert, wird versteckt. Einen Werbeetat gibt es nicht. Und Cross-Promotion wie für NDR Info steht gar nicht erst zur Debatte. Dabei könnte sich das, was da in Hamburg gerade so still aufgebaut wird, als geschickter Schachzug erweisen - in einer immer kurzlebigeren Welt, in der die “20 Uhr” längst nicht mehr den Takt angibt.

Weil Geheimpläne aber nun mal unter besonderer Beobachtung stehen, hat EinsExtra die Medienbrache längst zum Aufhorchen gebracht. Unter Schlagzeilen wie “Schleichende Einführung neuer Nachrichtenkanäle” oder “Nachrichten als Dauersendung” haben einige Zeitungen Aufklärungsarbeit geleistet, über “das Programm, das es nicht geben darf” (”Die Welt” vom 28. August 2006). Denn was da offiziell ohne zusätzliche Ressourcen produziert wird, nämlich ein Dauer-Nachrichtenprogramm aus der “Tagesschau”-Redaktion, drängt in einen bereits besetzten Markt, der zwar kaum Zuschauer lockt, aber auf dem sich dennoch gleich zwei private Sender tummeln.

Stärkste Kompetenz

Wettbewerber Nummer eins, der zum ProSiebenSat.1-Konzern gehörende Berliner Sender N24, erreichte im vergangenen Jahr durchschnittlich nur 0,9 Prozent aller Zuschauer. Der RTL-Ableger n-tv, der inzwischen wie der Mutterkonzern in Köln sitzt, kam nur auf einen Gesamtmarktanteil von 0,8 Prozent. Dass da kaum Spielraum für einen starken öffentlich-rechtlichen Anbieter mit der in diesem Feld zweifellos stärksten Kompetenz aller deutschen Senderfamilien bleibt, interessiert den NDR allerdings wenig: Im Oktober vergangenen Jahres genehmigte der Rundfunkrat einen deutlichen Ausbau des Programms.

Seitdem baut die ehemalige Testredaktion, die bisher auf täglich vier noch nicht einmal durchgehende Sendestunden begrenzt war, einen Regelbetrieb auf: Seit Januar liefert ARD-aktuell die Dauer-Nachrichtensendung “EinsExtra Aktuell” werktäglich von 14 bis 19 Uhr. Nach einigen Zwischenschritten soll spätestens im Juni die vorerst letzte Stufe gezündet werden. Dann kann der Gebührenzahler sich von 9 bis 20 Uhr von “Tagesschau”-Material berieseln lassen. Davor wird das “Morgenmagazin”, danach die “20 Uhr” laufen.

Mit diesen Sendungen kommt EinsExtra von diesem Sommer an auf eine Kernsendezeit von 5.30 Uhr am Morgen bis 20.15 Uhr am Abend. Dazu kommt außerdem noch eine zusätzliche “Tagesschau” um 21 Uhr sowie die Durchschaltung von “Tagesthemen” und “Nachtmagazin”. Die verbleibenden Lücken werden mit Wiederholungen von Politikmagazinen, politischen Talkshows und regionalen Nachrichtensendungen aus den Programmen der Landesfunkhäuser gefüllt.

Ausbau oder Umbau?

Von einem Nachrichtensender will bei der ARD keiner sprechen, obwohl die Sendezeit aktueller Nachrichten mit dem bereits beschlossenen Sendeschema wahrscheinlich die der beiden privaten Konkurrenten zusammengerechnet locker schlagen würde. Im ARD-Vokabular ist lediglich von einem “Informationssender” die Rede. Und das Wort “Ausbau” ist ebenfalls tabu. Offiziell geht es nur um einen “Umbau”.

Dabei liefert “EinsExtra Aktuell” vom Sommer an elf Stunden Nachrichten nonstop. Es gibt weder Pausen für Werbespots noch eingeschobene Dokumentationen, wie von der privaten Konkurrenz gewohnt. Spöttisch könnte man anmerken, dass auf dem ARD-Kanal damit das stattfindet, was von einem ordentlichen Nachrichtensender erwartet, aber von den beiden privaten Kanälen nicht geboten wird.

Der britische Vorzeigesender BBC World strahlt meist in der zweiten halben Stunde Magazine oder Talkshows aus, so wie auch die anderen großen Networks CNN, MSNBC, ABC News und Al Dschasira. Will heißen: “EinsExtra Aktuell” wird so viel Nachrichten bieten, wie kein anderer westlicher Sender - zumindest in der begrenzten Sendezeit.

“EinsExtra Aktuell” bietet Nachrichten im Viertelstundentakt - getreu der Vorlage der Infosender des ARD-Hörfunks: “Nachrichten, wann Sie sie brauchen.” Der Tenor: Keiner muss länger als ein paar Minuten warten, um auf den neuesten Stand gebracht zu werden. Das ist fast wie die “Tagesschau” auf Abruf im Netz, mit dem Unterschied, dass diese 15-minütige Sendung ständig aktualisiert wird. Immer dann, wenn neues Material vorliegt.

Modernste Nachrichtentechnik

Beim NDR ist man zweifellos stolz auf das, was sie da in Hamburg-Lokstedt produzieren. Zum einen war dieses “Informationsprogramm” nämlich ursprünglich gar nicht geplant und zum anderen wurde gleichzeitig die wohl modernste Nachrichtentechnik auf dem deutschen Fernsehmarkt eingeführt - aus einer Notlage heraus.

“Wir haben am 11. September gemerkt, dass wir länger als andere gebraucht haben, um auf Sendung zu gehen”, erklärt Kai Gniffke, der als Erster Chefredakteur von ARD-aktuell nicht nur für “Tagesschau” und Co., sondern auch für “EinsExtra Aktuell” verantwortlich ist. “Da waren wir im Ersten noch mit Tierfilmen auf Sendung, während andere schon live waren”, sagt er. Für solche Großereignisse, wie auch die folgenden Anschläge in Madrid und London sowie die Geiselnahme ganzer Schulklassen im russischen Beslan, sei das bisherige System von ARD-aktuell “nicht flexibel genug” gewesen.

Anders gesagt: Es dauerte schlicht zu lange, Sendestrecken frei zu räumen, Material zu schneiden, zu vertonen und bei ständig neuer Faktenlage zu aktualisieren. Damals wurden alle Sendungen noch “vom Band gefahren” – das war zwar sehr sicher, fraß aber auch viel Zeit.

Neues ausprobiert

Eine ohnehin für den sogenannten “Masterplan ARD-aktuell” abgestellte Gruppe von Technikern und Redakteuren bekam mit den steigenden Anforderungen von Ad-hoc-Sendungen einen zusätzlichen Impuls. Das Ziel dieses Teams war, die Redaktion auf die digitale Produktion umzustellen, um die auch ARD-aktuell langfristig keinen Bogen machen konnte. Weil neue Schnitt-, Regie- und Grafiksysteme aber nicht an den regulären Sendungen im Ersten getestet werden können, wurde “EinsExtra Aktuell” geboren. Und weil die Sendung bald verlässlich bestückt werden konnte, durfte sie auf dem vom NDR betreuten Digitalkanal auf Sendung gehen - und wird nun ausgebaut.

“Wir konnten ohne zeitlichen Druck Neues ausprobieren”, sagt Planungsredakteur Andreas Lützkendorf, der die Einführung dieses digitalen Newsdesks gemeinsam mit Projektleiter Georg Grommes vorantrieb. Was er meint, was aber niemand offiziell sagen würde, ist schlicht: Weil EinsExtra noch immer außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung sendet, kann man da fast alles ausprobieren, ohne dass jemand darüber lachen könnte oder durch Fehler und Ausfälle die Marke ARD beschädigt würde. Das mit der Wahrnehmung dürfte sich mit dem schlagartigen Ausbau von “EinsExtra Aktuell” ändern - langsam, aber sicher.

Das Ergebnis der Testphase ist verblüffend und führte zum Umbau der gesamten Einheit ARD-aktuell, der ebenfalls zum Jahreswechsel abgeschlossen wurde. Jetzt können Redakteure an jedem Arbeitsplatz schon mit dem Schnitt von Material beginnen, während es noch via Satellit auf den zentralen Festplatten einläuft. Früher mussten einlaufende Beiträge der Korrespondenten und Agenturbilder erst auf ein Videoband gespielt werden.

Und weil das nur von einem einzigen Redakteur bearbeitet werden konnte, mussten “Tagesthemen”-Redakteure mit der Bearbeitung warten, bis die Kollegen der “20 Uhr” fertig waren. Heute können bis zu 40 Mitarbeiter gleichzeitig auf einen einzigen Clip zugreifen.

Der Neid der anderen

Das ZDF baut auf dem Mainzer Lerchenberg zwar gerade das modernste Nachrichtenstudio Europas. Das Redaktionssystem, das dort schon vor der Jahrtausendwende eingeführt wurde, wird bei Inbetriebnahme im Dezember jedoch bleiben. Damit hinkt das System der “heute”-Nachrichten hinter dem der “Tagesschau” weit hinterher. Und so nehmen die Verantwortlichen beim ZDF das, was da in Hamburg wächst, voller Neid in Augenschein. Ähnlich geht es den Gästen von n-tv und Spiegel TV.

“Mit unserem neuen System sind wir so nah an der Sendezeit wie nie zuvor”, sagt Lützkendorf. Jeder der drei “Tagesschau”-Newsrooms hat heute mindestens einen Arbeitsplatz, an dem ein ARD-Mikrofon hängt. Wenn die Zeit wirklich drängt, können dort Beiträge sogar live gesprochen, in jedem Fall aber im Großraumbüro vertont werden. Die Hintergrundgeräusche tauchen nicht auf - ausgefeilte Richtmikrofone machen es möglich.

Weil Cutter im Zuge der Digitalisierung von ARD-aktuell zu Mediengestaltern weitergebildet wurden, können sie nicht nur die Rohschnitte der Redakteure polieren, sondern Beiträge komplett sendefertig machen – inklusive Grafiken, die das Redaktionssystem ebenfalls beherrscht. Das System “Open Media” ermöglicht den Redakteuren zudem, Inserts selbst zu setzen, die Studio-Hintergrundgrafiken für die Beiträge einzusehen, den Sprechertext für den Teleprompter zu aktualisieren und den Sendeablauf zu bearbeiten.

Menschen vernetzt

Das waren früher Schritte, für die viele unterschiedliche Mitarbeiter nötig waren. Künftig soll ein Mitarbeiter möglichst viele Aufgaben übernehmen. Nur für Spezialaufträge wird es weiterhin kleine Teams an Fachkräften geben, die jetzt aber nicht mehr abseits der Redaktion sitzen, sondern integriert sind. Die Verantwortlichen rühmen sich: “Wir haben nicht nur Technik, sondern auch Menschen vernetzt.”

Heute ist bei der “Tagesschau” das Redaktionssystem die zentrale Instanz. Das hat Vor- wie Nachteile. Wird es nicht richtig gepflegt, droht Chaos. “Die Arbeit im Redaktionssystem gleicht inzwischen einer Operation am offenen Herzen”, sagt Lützkendorf. Dass der Einzelne aber mehr als vorher machen kann, spare Zeit “und schließt Kommunikationsfehler aus”, wie falsche Übermittlungen von Inserts.

Damit kann ein Redakteur seinen Beitrag von der Suche des Materials bis zur Abgabe produzieren, ohne auf andere Kollegen zurückgreifen zu müssen – wenn alles klappt. Der Chef vom Dienst, der den Beitrag schließlich freigibt, sieht wiederum auf einen Blick die Bilder, den Beitragstext, die Inserts und die Anmoderation. Wenn er will, kann er alles sofort selbst bearbeiten und muss den Redakteur so für Anpassungen nicht mehr in den Schnitt oder in die Regie schicken.

Kein großer Mehraufwand

Manchen Redakteur wird all das überfordern, das vernetzte Arbeiten, die neue Verantwortung. Mit der Einführung der digitalen Produktion ändert sich das ganze Berufsbild. Offiziell heißt es, keiner werde auf der Strecke bleiben. Inoffiziell ist allerdings zu erfahren, dass eine ganze Reihe von Mitarbeitern von den Neuerungen Abstand nehmen darf: Nur wer mit der modernen Technik wirklich klarkommt, wird “EinsExtra Aktuell” zugeteilt.

Weil mit der neuen Plattform Agenturbilder, Korrespondentenstücke, aufgezeichnete Schaltgespräche und Interviews auf einem zentralen Server liegen und unabhängig von der jeweils aktuell produzierten Sendung von jedem Platz aus bearbeitet, kopiert und abgespielt werden können, ist “EinsExtra Aktuell” ohne großen Mehraufwand möglich, wie ARD-Offizielle stets behaupten. Denn abgesehen von einer Handvoll Redakteure, die das eingehende Material sichten, gegebenenfalls vorhandene Beiträge kürzen und einen viertelstündigen Sendungsablauf stets im Hintergrund auf den aktuellsten Stand bringen, braucht es “nur” noch täglich zwei bis drei Moderatoren und einige Techniker in der Regie.

Da mit dem Ende des Masterplans zum Jahreswechsel die bisherige Entwicklungsredaktion in der Gesamtredaktion ARD-aktuell aufgegangen ist und damit jeder Redakteur nicht nur für “Tagesschau”, “Tagesthemen” und “Nachtmagazin” eingesetzt werden kann, sondern auch für den “Kanal”, lässt sich gar nicht mehr klar benennen, wie viel Personal für das Dauerprogramm arbeitet. Die Vorlage für den Rundfunkrat, in der von 74,5 sogenannten Planstellen die Rede ist, kann Kritikern deshalb nur eine vage Vorstellung bieten. Die sind allerdings nach einem kleinen Aufschrei inzwischen ohnehin wieder verstummt. Damit steht fest: Der von der “Tagesschau” produzierte Nachrichtensender kommt. Nur der unauffällige Name verschleiert noch, was da wirklich passiert.

Keine eigenen Beiträge

Nutzen darf der Nachrichtensender nur das Material, das ohnehin für die zahlreichen Sendungen im Ersten bestellt ist, von den “Tagesschau”-Redaktionen aber oft nicht gesendet wird. Redakteure von “EinsExtra Aktuell” dürfen keine eigenen Beiträge bestellen und keine Ereignisse live übertragen, womit man sich wiederum von Phoenix absetzen will.

Wenn ein Korrespondent oder Experte also vor oder nach dem Schaltgespräch mit der “Tagesschau” noch Zeit hat und die Satellitenleitung ohne Mehrkosten steht, darf der Kanal diesen Spielraum nutzen. Inzwischen sind sie aber auch geübt darin, aufgezeichnete “Tagesschau”-Gespräche oder längere Aufsager der Korrespondenten so zu moderieren, dass keiner merkt, dass eine Aufzeichnung läuft. Zumindest in diesem Punkt unterscheiden sie sich nicht von der privaten Konkurrenz.

Vom Sommer an wird es regelmäßig auch Zeiten geben, in denen der eigentlich üppige “Tagesschau”-Speicher versendet ist, bevor “EinsExtra Aktuell” auf Sendung geht. Dann nämlich, wenn das ZDF jede zweite Woche das Vormittagsprogramm des Ersten mit “Morgenmagazin” und “heute” bestückt. Weil die Mainzer ihren eigenen digitalen Info-Kanal schützen wollen, auf dem noch nicht wirklich viel passiert, darf EinsExtra weder das ZDF-”Morgenmagazin” durchschalten noch das vom ZDF aufbereitete Nachrichtenmaterial für “EinsExtra Aktuell” nutzen. Wenn Hamburg bald schon um 9 Uhr auf Sendung geht, steht also nur das Material des “Nachtmagazins” vom Vorabend und der knappen Nachtausgaben der “Tagesschau” zur Verfügung.

Zusammenarbeit mit Info-Radios

Projektleiter Georg Grommes erklärt, was in diesem Fall passiert: “Wir sind erfinderisch genug, um auch morgens eine gute Arbeit zu machen, wenn das ZDF das Frühprogramm des Ersten bestückt.” Immerhin stellten die Nachrichtenagenturen, die auch Filme liefern, ihren Betrieb nicht über Nacht ein. Aus diesem Material könnten Redakteure dank der neuen Technik schnell einen Beitrag bauen. Manchmal könnte es schwierig werden, vernünftige Bilder zu bekommen, räumt Grommes ein. “Aber bevor wir einen Quatsch-Beitrag basteln, verlesen wir lieber eine gute alte Studiomeldung, wie das bei der ‘Tagesschau’ ja schon immer üblich gewesen ist.”

Und noch einen nicht zu unterschätzenden Vorteil haben die Macher von “EinsExtra Aktuell” gegenüber den privaten Kollegen: Sie dürfen auf die Beiträge zurückgreifen, die in den Info-Radios der ARD gesendet wurden. Zwar ist die Praxis, Hörfunkbeiträge mit Bildern von Nachrichtenagenturen fernsehtauglich zu machen, umstritten. So sagt der Redaktionsleiter einer ARD-Infowelle: “Das ist kein Radio, das ist kein Fernsehen, sondern etwas ganz anderes - wir wissen nur noch nicht so genau, was.” Doch an besagten Vormittagen könnte dieser Wettbewerbsvorteil einen passablen Sendebetrieb sichern. Notfalls wird sogar auf laufende Bilder verzichtet und dem Beitrag nur eine Karte samt Porträtfoto des Reporters beigestellt.

Angesichts dieses Apparats hat die private Konkurrenz nur noch einen Vorteil: Noch kann nur eine Minderheit der Zuschauer die digitalen Kanäle der Öffentlich-Rechtlichen und damit auch EinsExtra überhaupt empfangen. Oder sie finden die im digitalen Kabelangebot versteckten Sender nicht.

Weil sich das aber in absehbarer Zeit ändern dürfte, stehen die Verantwortlichen von N24 und n-tv mehr denn je unter Druck. Und die Mitarbeiter der Privaten haben die Zeichen der Zeit offenbar schon erkannt: Mit der ersten Ausbaustufe im Januar haben bei ARD-aktuell 15 neue “Tagesschau”-Redakteure ihren Dienst angetreten - darunter auch einige, die zuvor für die kommerzielle Konkurrenz gearbeitet haben.